Moderner Roman über Familien und ihre Konflikte
Der Roman mit dem etwas sperrigen Titel, der allerdings auch im Text vorkommt (was mir immer sehr gefällt!) handelt von Familien. Im Vordergrund, in der Gegenwart, geht es um Valerie, die Ich-Erzählerin. Sie ist allein erziehende Mutter von Tobi, der 16 Jahre alt ist und unbedingt ein Jahr ins Ausland gehen möchte gemeinsam mit seinen Freunden. Valerie aber hat Angst - vor allem davor, ohne ihren Sohn zu sein. Gleichzeitig erhält ihre Mutter, zu der sie ein angespanntes, distanziertes Verhältnis hat, eine Krebsdiagnose. Während wir nun Valerie durch diese wirklich schwierige Zeit begleiten, werden gleichzeitig die Vergangenheitsstränge beginnend mit den jeweiligen Großmüttern von Valerie erzählt. Im Fokus steht immer, wie die Mütter mit ihrem Leben umgingen, welche Arten von Beziehungen sie führten, ob sie funktionierten oder nicht, ob es zu (schwierigen und ungerechten) Kompromissen kam oder zu Brüchen und anderen Lebensentwürfen. Gewalt spielt eine Rolle, physisch wie seelisch - und das Bewusstsein dafür oder auch nicht. Feminismus ist ein weiteres zentrales Thema und welche Schwerpunkte man setzen möchte, wenn man ein Kind bekommt bei dem, was früher Erziehung und heute eher Begleitung genannt wird. Das Buch hat mich wirklich begeistert. Trotz des geringen Umfangs von etwa 200 Seiten steckt so viel drin und ich bin mir sicher, es ist ein Buch, in dem sich viele wiederfinden werden, so wie ich auch. Eine eindeutige Leseempfehlung von mir!