Ich war wirklich gespannt auf Herz König, weil mich der Klappentext sofort angesprochen hat. Geschichten über Freundschaft, Liebe und die Entscheidungen, die einen über viele Jahre begleiten, lese ich eigentlich sehr gerne. Leider hat mich das Buch am Ende aber nicht ganz so überzeugt, wie ich gehofft hatte.
Der Schreibstil von Lily King hat mir dagegen richtig gut gefallen. Er ist ruhig, atmosphärisch und liest sich angenehm. Immer wieder gab es Sätze, die ich gerne markiert hätte, weil sie Gedanken und Gefühle auf eine schöne Art eingefangen haben.
Im Mittelpunkt stehen die namenlose Erzählerin sowie Sam und Yash, die sie während ihres letzten Collegejahres kennenlernt. Die Geschichte begleitet die drei über einen langen Zeitraum und erzählt von Freundschaft, Liebe und den Wegen, die das Leben manchmal einschlägt. Die Idee dahinter fand ich wirklich spannend.
Was mir allerdings gefehlt hat, war die Verbindung zu den Figuren. Vor allem Sam und Yash blieben für mich erstaunlich blass und auch zur Erzählerin konnte ich keine richtige Beziehung aufbauen. Dadurch haben mich viele Entwicklungen eher beobachtend als emotional begleitet. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Figuren mehr nebeneinander als miteinander existieren und ihre Beziehungen für mich nie die Tiefe erreicht haben, die ich mir gewünscht hätte.
Trotzdem mochte ich die nachdenkliche Atmosphäre des Romans. Es geht um erste große Liebe, Freundschaft, verpasste Chancen und die Frage, welche Entscheidungen das eigene Leben langfristig prägen. Gerade diese Themen haben mir gut gefallen, auch wenn mich ihre Umsetzung nicht vollständig mitnehmen konnte.
Insgesamt ist Herz König ein ruhiger, literarischer Roman mit einer schönen Sprache und interessanten Gedanken. Emotional hat er mich jedoch nicht so erreicht, wie ich es mir erhofft hatte. Deshalb bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen.