Ich habe dieses Buch direkt nach "The Love Hypothesis" gelesen - ein Buch, von dem ich komplett begeistert war. Ein absolutes Highlight! Vorher hatte ich noch kein Buch von Ali gelesen und war so geflasht von ihrem Schreibstil, dass ich sofort mit "Deep End" weitergemacht habe.Der Schreibstil war auch hier wieder grandios: humorvoll, einnehmend, locker mit genialen Metaphern. Das hat mir wieder viel Spaß gemacht.Leider habe ich von der Story etwas komplett anderes erwartet. Zu Beginn war ich sehr gefesselt. Es hörte sich sehr spannend an und Themen wurden gut aufgebaut. Leider hat es sich dann aber für mich in vielen Punkten nicht so entwickelt wie gehofft.Klar, Wasserspringen ist ein cooles Thema. Aber die sehr detaillierten Erklärungen der Trainingsinhalte und jedes Wettkampfes in gefühlt jedem zweiten Kapitel fand ich irgendwann leider etwas ermüdend.Außerdem hatte ich mich auf eine Romance eingestellt und hatte aber die ganze Zeit ein merkwürdiges Gefühl, als würde jeden Moment etwas schlimmes passieren. Besonders die Freundschaft mit Pen hat mich die ganze Zeit sehr stutzig gemacht und mir zwischendurch richtige Psychothriller-Vibes gegeben.Scarletts Selbstwertprobleme fand ich auch sehr prominent und etwas penetrant. Besonders die Art, wie sie Pens Bedürfnisse ständig über ihre gestellt hat (hier wieder die Psychothriller-Vibes). Sie hat allerdings auf den allerletzten Seiten eine gute Entwicklung gemacht.Sehr merkwürdig fand ich auch Scarletts Mitbewohnerin. Die Mitbewohnerin hat zu der Story null beigetragen, außer ein paar sehr gemeine Kommentare und eine Beziehung zu der Protagonistin, die auch Scarlett nicht gerade sympathischer hat scheinen lassen.Mein größtes Problem mit dem Buch: Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer geteilten Vorliebe für Kink. An sich ein interessantes Thema, auf dessen Umsetzung ich gespannt war. Es wird ständig darüber gesprochen, wie kinky beide sind, es wird angekündigt, indem beide eine Liste mit Vorlieben mit den wildesten Praktiken ausfüllen (die genannt aber nicht erklärt werden). Es wird darüber gesprochen, was sie miteinander tun wollen (viel BDSM). Aber es passiert nichts in die Richtung. Klar, er ist etwas dominanter und dieses Buch ist sehr spicy. Und das ist vollkommen okay, wenn es einfach ein spicy Roman sein soll. Aber dann soll bitte nicht ständig darüber gesprochen werden, wie kinky das alles ist. Für Scarlett war das alles so gut, dass sie alle paar Sekunden weinend kommt. Ich hatte zwischendurch den Eindruck, dass die Autorin mit dem Kink-Thema Lesende anlocken wollte, aber sich nicht getraut hat, es wirklich zu schreiben. Vielleicht aus Sorge, dass es für die Menschen zu viel ist. Es gab allerdings deswegen extra eine Trigger-Warnung. Die Szenen waren gut geschrieben, aber eben nicht das, was es laut eigenem Labeling sein sollte. Wenn dieses Thema einfach nicht benannt worden wäre und nicht als Grundlage für das Kennenlernen dienen würde, hätte der Roman als spicy Sports-Romance sicher auch so gut funktioniert.Ich hatte mich auch auf dieses Buch gefreut, aber es war leider in vielen Punkten nichts für mich. Ich bin trotz allem sehr gespannt auf die anderen Bücher von Ali, weil mir ihre Art zu schreiben sehr gefällt und mich fesselt.