Sera Swan hätte die mächtigste Hexe Englands werden können. Aber aus Liebe beging sie einen unverzeihlichen Fehler und verlor ihre Magie. Seither leitet sie eine kleine Pension in Lancashire und kümmert sich um ihre außergewöhnlichen Gäste. Da entdeckt sie eine Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zurückzugewinnen. Doch dafür benötigt sie die Unterstützung des abweisenden Historikers Luke Larsen. Der hat allerdings ganz eigene Gründe, sich nicht in die Machenschaften einer gewissen grummeligen Gastwirtin zu verstricken. Und niemand ist überraschter als er selbst, als er es doch tut - und es genießt.Mir war nach etwas Gemütlichem und da "Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen" von Sangu Mandanna schon genau diesen Nerv getroffen hatte, habe ich nicht lange gezögert, als mir dieses Buch der Autorin in die Hände fiel.Der Einstieg gelang mir dann auch mühelos.Es wird sofort deutlich, dass wir in diesem Buch so einige seltsame bis skurrile Gestalten erwarten dürfen - wie eine sprechende (und moralisch äußerst fragwürdige) Füchsin -, aber auch ein wirklich nettes und gemütliches Setting mit sehr liebevollen Charakteren, die wirklich so einiges füreinander tun würden.Also genau das, was ich gesucht und erhofft habe - wenn das also mal kein perfekter Einstieg war!Die Handlung folgt zwar sehr erkennbar einem roten Faden, aber zwischendurch plätschert sie dabei auch mal extrem vor sich hin und einige Momente hätten das Potenzial gehabt, deutlich spannender erzählt zu werden. Da ich aber für diese Gemütlichkeit in der genau richtigen Stimmung war, empfand ich es nicht als störend, sondern es hat für mich diesen Gemütlichkeitsaspekt noch mal etwas mehr unterstrichen - und davon war wirklich eine Menge vorhanden!Die Figuren sind wirklich allesamt liebenswürdig - bis auf eine Figur, die aber auch wunderbar hassenswert angelegt ist - und wie diese zusammengewürfelten Charaktere zu einer Familie werden und füreinander einstehen, war einfach auch unglaublich herzerwärmend.Natürlich verläuft dabei auch einiges manchmal etwas klischeehaft, aber damit wird auch ein wenig gespielt (z.B. wird erwähnt, dass Sera an alle Türrahmen in der Pension einen "Hygge-Zauber" angebracht hat, damit die Menschen dort sich wohl fühlen). Diese Geschichte wird wirklich von der Liebe der Figuren zueinander getragen. Es war wirklich immer wieder schön zu sehen, wie sie es schaffen, die Fehler und Makel der anderen problemlos zu akzeptieren und so langsam dabei auch gelernt haben, mit ihren eigenen Frieden zu schließen.Zum Ende hin gab es noch ein paar Momente, die mir wirklich das Herz brechen konnten, weil ich diese Figuren wirklich sehr ins Herz geschlossen habe und allen von ihnen das größtmögliche Happy End gewünscht hätte, was es so leider nicht geben konnte.Das Ende ist zwar absolut passend zur Geschichte und folgt diesem "Akzeptanzgedanken", der ja schon im Verlaufe der Handlung immer wieder aufgetaucht ist und es ist auch wahrlich kein trauriges Ende - schon alleine weil diese Figuren eben zu so einer herrlichen Familie zusammengewachsen sind -, aber nach allem, was sie so (gemeinsam) durchgemacht haben, hätte ich ihnen eben ein absolut magisches und in allen Punkten glückliches Ende gewünscht.(Aber wenigstens hat der Fiesling der Geschichte sein verdientes Ende bekommen!)Fazit: Eine wirklich wohltuende und gemütliche Geschichte, die die Akzeptanz der eigenen Fehler und Makel in den Vordergrund stellt. Wie diese zusammengewürfelten Figuren zu einer Familie zusammenwachsen, war einfach nur herzerwärmend und obwohl es zwischendurch mal etwas sehr geplätschert hat und einige Stellen definitiv das Potenzial gehabt hätten, spannender erzählt zu werden, hat es so für mich auch einfach gerade sehr gut gepasst. Es hat sich zumindest sehr rund angefühlt.