How to Catch a (Fake) Cowboy ist eine RomCom von Marie Vivien Haase im wilden Texas. Riley, NewYork City-Girl durch und durch, ist ihrem Ziel ganz nah: ein Job als Redakteurin bei dem angesagtesten Lifestyle-Magazin The Edit. Doch im Vorstellungsgespräch möchte ihre zukünftige Chefin einen Probeartikel ausgerechnet zum Thema Yeehaw is a state of mind Warum wir alle Cowboys lieben. Schnell merkt Riley das eine einfache Pinterest-Recherche nicht reicht, sie muss näher ran. Einen echten Cowboy kennenlernen. Also geht es nach Texas in die Kleinstadthölle oder doch eher -idylle? Denn eigentlich sind die liebe Mabel mit ihrem Bienenfabel und die aufgedrehte Millicent, selbst Journalistin, liebenswerte und freundliche Personen. Riley lernt die Kleinstadt lieben und auch Nate, den Cowboy den sie in einer Bar kennenlernt. Cowboyhut, Karohemd und Boots, so stellt man sich einen Rodeoking und Ranchheld vor. Doch ist das alles vielleicht nur eine Illusion?
Ein spannendes WildWest Setting mit einer netten Romanze und viel Humor erwartet uns in How to catch a (fake) Cowboy. Dabei wechselt die Erzählperspektive regelmäßig zwischen Riley und Nate, wodurch man beiden Protagonisten nah kommt und ihre Beweggründe leichter nachvollziehen kann. Auch die amerikanische Kleinstadt kann man sich dank farbenfroher Beschreibungen bildhaft vorstellen. Leider konnte mich die Story trotz allem nicht richtig mitreißen. Mir war vieles zu übertrieben, insbesondere die mannigfaltigen komischen Haustiere der Texaner und die Naivität Rileys in Bezug auf Nate. Gerade als Journalistin sollte sie ein besseres Gespür für Widersprüche haben. Dadurch verlor auch die Beziehung zwischen den beiden an Farbe, die ganze Story wurde flach und konnte mich nicht berühren. Der Humor war für meinen Geschmack ebenfalls zu offensichtlich und klischeehaft (einen Bullen melken?), das ist aber eindeutig Geschmackssache bei einer RomCom. Die Anspielungen auf sexuelle Aspekte waren mir ebenfalls zu obszön und offensichtlich, obwohl Riley das in ihrem Charakter in allen anderen Aspekten zu wenig verkörpert.
Überzeugt haben mich die Nebencharaktere und die versteckten Botschaften. Riley macht eine große Entwicklung im Verlauf des Buchs durch und zeigt uns auf, was Erwartungsdruck und Unsicherheit mit uns machen. Nate wiederum spiegelt uns, dass Verallgemeinerungen und das Übertragen von Vorurteilen nie eine Option sein sollten. Wir sollten unseren Herzen folgen und eigene Wege gehen.
Wer auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, wird mit diesem Buch glücklich werden. Wer eine facettenreiche Liebesstory möchte, sollte besser zu einem anderen Roman greifen.