(Werbung/Rezensionsexemplar)
Der König Avendell wird ermordet. In seinem Schlafzimmer. Am Abend eines Balls. Anwesend sind dabei nur: der Kronprinz, dessen zukünftige Braut, sein Leibwächter, eine magische Tierbändigerin, der fragwürdige neue Heiler des Palastes und eine junge Assassinin.
Jeder könnte es gewesen sein, doch am wichtigsten ist erstmal, den Todesfall zu vertuschen. Denn nach Jahrzehnten des Krieges soll am nächsten Morgen endlich der Friedensvertrag zwischen Avendell und Istellia unterschrieben werden und das darf auf keinen Fall gefährdet werden. Also versucht die zusammengewürfelte Truppe, alles geheim zu halten und gleichzeitig aufzuklären. Doch dabei stoßen sie nur auf immer und immer mehr Rätsel ... und Tote.
Wenn ich das Buch in zwei Worten zusammenfassen müsste, dann wäre das: unterhaltsames Chaos. So fühlte es sich an. Das Buch war erstmal nicht ganz das, was ich erwartet habe. Fantasy Crime? Ja. Mordfall aufklären und unterhaltsame Charaktere? Auch ja! Aber wo ich zu Beginn noch gedacht hatte, das wird eine Geschichte im kleinen Rahmen, mit wenig World Building und konzentriert auf diesen einen Fall da wurde ich schnell eines besseren belehrt. Auf herrliche Art und Weise.
Denn »I Killed the King« war irgendwie ... wild. Es kam ständig etwas neues dazu, das weitere Fragen und Aspekte aufgemacht und die Geschichte in eine neue Richtung gelenkt hat. Dabei hat man bald gemerkt, dass die ganze Sache doch größer ist als gedacht. Dass viel mehr hinter dem Mord steckt. Dass jeder Charakter eine Vergangenheit hat, die sie alle auf komplizierte Weise an diesen Punkt gebracht hat, und die mit Flüchen, Magie, Göttern oder anderem zusammenhängt. Es war viel aber auch SO cool gemacht!
Ich dachte einfach nur: Alles klar, dann lasse ich mich mal ein auf diese abenteuerliche Fahrt. Und hatte dann richtig Spaß mit dem Buch. Alles mitzuverfolgen, mitzurätseln. Immer mehr zu verstehen und dann immer weniger. Und ich fand es toll, die sechs Hauptcharaktere (aus deren Perspektiven wir auch lesen) bei ihren Bemühungen, alles unter Kontrolle zu halten, zu begleiten. Jeder von ihnen war echt spannend angelegt. Am Anfang noch eher simpel, um in die vielen Personen und die Geschichte erstmal reinzufinden. Aber alle haben im Laufe der Zeit neue Nuancen (und Verbindungen) dazubekommen. Obwohl man aus allen Perspektiven liest, ist auch lange nicht klar, was da genau passiert ist, als der König starb. Und warum eigentlich. Sie sind eine zusammengewürfelte Truppe, zurecht einander misstrauisch, und doch irgendwie eine geniale Einheit. Eine chaotische. Denn es klappt irgendwie nichts so recht, wie sie sich das vorstellen.
Auf der einen Seite hätte diese Idee auch wunderbar als Einzelband funktioniert, und das Ende ist auch nicht super fies. Auf der anderen Seite ist in dem Buch dann doch unerwartet so viel aufgekommen, das uns mit Fragen und Neugier zurücklässt, dass es sich definitiv lohnt, dranzubleiben, wenn Nachschub kommt. Ich fand I Killed the King richtig kurzweilig und die Storyline mal was anderes. Daher bin ich sehr gespannt, wo die Geschichte in Band 2 hingeht!
4 Sterne