"Mit dir bin ich echt" ist der erste Jugendroman der Autorin und nachdem ich bereits einige andere Bücher von ihr gelesen und geliebt habe, war ich sehr auf ihr neues Buch gespannt.
Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das in Marokko gespielt hat. Dadurch waren die ganzen Eindrücke neu und faszinierend, es fühlte sich oft so an, als würde man zeitgleich mit Neyla alles kennenlernen und auch dazulernen. Denn Neylas letzter Besuch in Marokko war vor zehn Jahren und ihre Erinnerungen daran sind nicht mehr vollständig. Nach dem Tod ihrer Mutter war sie nie wieder dort. Nicht nur muss sie Teile ihrer Familie neu kennenlernen, sondern auch das Land und seine Kultur, die so ganz anders ist, als die in Deutschland. Andere Regeln, andere Bräuche, ein ganz anderes Miteinander. Ich fand es sehr spannend mehr über Marokko zu lernen und fand es sehr hilfreich, zu Beginn des Buches, ein Glossar als Anfangshilfe zu bekommen.
Bei Mounia Jayawanth kann man sich sicher sein, dass sie auch immer eine Botschaft in ihren Büchern hat und wichtige Themen anspricht, so auch dieses Mal. Alltagsrassismus wurde viel thematisiert und auch die Charaktere untereinander haben darüber gesprochen. Die verschiedenen Emotionen die dabei eine Rolle gespielt haben, waren für mich absolut authentisch beschrieben, egal ob es die Wut, der Frust oder manchmal auch die Machtlosigkeit war, mit der sich auch Neyla konfrontiert gesehen hat. Auch hier durfte ich noch einiges lernen, zum Beispiel auch neue Begriffe, die mir vorher noch nicht bekannt waren und ich bin froh, dass dieses Thema einen wichtigen Platz in diesem Buch gefunden hat.
Neylas Beziehung zu Adam mochte ich sehr. Die beiden hatten eine tolle Art miteinander zu reden und sich gegenseitig Dinge zu erklären. Dafür das beide noch ziemlich jung sind, sind sie oft schon ziemlich erwachsen mit bestimmten Dingen umgegangen. Gleichzeitig war es auch sehr interessant mitzuerleben, wie unterschiedlich sie manche Sachen, in Hinblick auf die Kultur, wahrgenommen haben, obwohl sie beide marokkanische, als auch deutsche Wurzeln haben und man meinen könnte, sie wären damit "im selben Boot". Doch so einfach ist es natürlich nicht und das konnten sowohl Neyla und Adam lernen, aber auch die Leser:innen.
Das Buch eignet sich meiner Meinung nach perfekt als Sommerbuch und ich hatte viel Freude, es während dieser Zeit zu lesen. Am liebsten würde ich jetzt selber einen Abstecher ans Meer in Marokko machen und das Land weiter kennenlernen.