Sechs Freunde, drei Paare. Die Ausgangslage des neuen Romans von Sophie White erscheint denkbar einfach. Aber schon der erste Blick hinter die Kulissen verrät - einfach ist hier gar nichts. Drei Freundinnen aus Collegezeiten und ihre Partner, ihre Kinder und mit im Gepäck auch alle Probleme und Konflikte fahren gemeinsam in den Urlaub - und schnell implodiert die Idylle, immer mehr blättern sich mit jeder Seite auch die komplexen Probleme und Dynamiken auf, die hier im Spiel sind. Jede trägt ihr Päckchen.
Zentral stehen Fragen wie - "Wie pflege ich alte und neue Freundschaften?", "Wie bin ich anwesend als Freundin ohne einzuengen oder zu bevormunden?", "Wann greife ich ein, und wie halte ich die Balance zwischen Kontrolle über mein Leben und das der Anderen?", "Gehen wir noch einen gemeinsamen Weg (in der Beziehung) und wie finden wir ihn wieder?" oder "Bin ich noch die Selben wie vor zwanzig Jahren?"
Sowohl die Männer als auch die Frauen zeigen sich hier als komplexe Charaktere. Wir erkennen, dass es weder für Liebesbeziehungen noch für Freundschaften eine Blaupause gibt. Wir sehen, dass es immer leichter ist, andere zu kritisieren, als sich selbst. Und wir müssen einsehen, dass wir nicht immer die Kontrolle haben - das aber die Frage ist, was wir daraus machen.
Sophie Whites Buch hat Höhen und Tiefen, bringt Freunde und Schmerz, Liebe und Wut zusammen.
Ich habe das Buch gerne gelesen, hundertprozentig gepackt hat es mich aber nicht immer. Stellenweise hatte es für mich Längen und Redundanzen, wirkte arg konstruiert und vorhersehbar, dann wieder war ich voll dabei. Am Ende finde ich aber doch alles irgendwie ein bisschen zu einfach, mit zu wenigen Ecken und Kanten. Natürlich kann das an mir liegen. Ich bin gespannt, was ihr denkt :)
Danke an lovelybooks und den pola-Verlag, dass ich mitlesen durfte!