Netter Abschluss, der aber die Erwartungen, die der grandiose zweite Teil geschürt hat, nicht erfüllen kann.
Nach dem zweiten Teil, den ich so sehr geliebt habe, dass ich ihn in meine Lieblingsbücher aufgenommen habe, hat mich dieser Band leider enttäuscht, da er nicht mithalten konnte.Trotz allem was passiert ist und allen Vermutungen, die Roméo Favreau gegenüber Gideon Newton hegt, ist Charlie wieder zurück bei den Newtons und möchte ihre Anstellung dort auch weiterhin behalten, selbst wenn die Spannung zwischen ihr und Gideon schwierig ist. Außerdem muss sie, was auch immer das mit ihr und Roméo ist, vor den Newtons geheim behalten, aber eigentlich müssten die beiden auch erst mal klären, was es ist. Sicher, ob das in der aktuellen Situation möglich oder sinnvoll ist, ist sich Charlie aber nicht. Über dem allen steht immer noch, dass jemand versucht hat Charlie umzubringen und sie nicht weiß, wie sehr die Newtons darin verwickelt sind.Am Anfang starten wir direkt spannend ein, es werden die gesamten Geheimnisse, die ans Licht gekommen sind und die noch aufzudecken sind, angesprochen und ich habe mich auf ein Buch voller Spannung gefreut.Damit geht es aber leider nicht weiter. Charlie und Roméo verhalten sich sehr unvorsichtig, weil sie sich an öffentlichen Orten treffen oder Charlie offen mit Roméos Angestellten freundschaftlich interagiert, beides Sachen, die sie laut ihrem Vertrag mit den Newtons nicht tun darf, da sie Gefahr läuft, gekündigt und verklagt zu werden. Roméo lernt Charlies beste Freundin kennen, Charlie lernt Roméos Angestellte kennen, die das Nächste an Freunden sind, was er hat.Klar, das waren nette und zum Teil lustige Szenen und ich habe gerade die Dynamiken zwischen Charlie und Roméos Angestellten sehr genossen, aber es passte nicht recht zu den beiden Charakteren, dass sie so unvorsichtig waren. Charlie lag so viel daran, den Job zu behalten, dass ich gedacht hätte, dass sie ihn nicht so leichtsinnig aufs Spiel setzen würde. Vor allem, da durchaus auch immer wieder gezeigt wird, dass die beiden Möglichkeiten haben, sich heimlich zu treffen an Orten, die nicht öffentlich sind und dass Charlie in solchen Momenten auch Angst hat, dabei erwischt zu werden.Außerdem hat es mich gestört, dass die Handlung sich recht lange darum gedreht hat, dass die beiden die engsten Freunde kennenlernen, während die Gefahr um Charlies Leben immer noch lauerte. Ich hatte gehofft und erwartet, dass die beiden aktiv versuchen würden, herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat, und fand es sehr schade, dass das nicht passiert ist, und auch für einen längeren Teil nichts wirklich in diese Richtung passiert ist und selbst die Angst, mit Roméo entdeckt zu werden, nicht so wichtig schien. (Mich hat sie kirre gemacht, ich konnte mich nicht entspannen, auch wenn die Charaktere es konnten.)Erst bei 40% habe ich mir eine Notiz gemacht, dass jetzt wieder etwas in die Richtung passiert und dann passiert auch wieder mehr und irgendwie hab ich den Rest schon auch genossen, aber Charlie ist weniger aktiv in allem involviert als sie es in den letzten Bänden war. Es passiert ihr viel mehr, worauf sie reagieren muss, als dass sie selbst Sachen anstößt. Wir kriegen die Auflösung, wer und wann und wo das im Prolog des ersten Teils war (und die Szene hat mich sehr amüsiert).Der Showdown war auch vergleichsweise früh im Buch, wonach es noch genügend Platz für einen Second-Act-Breakup gab, von dem ich ja generell konzeptuell schon kein großer Fan bin, aber in diesem Fall auch die Begründung, die gegeben wurde, warum es so sein musste, nicht ausreichend fand. Die Kommunikation war eigentlich in dem Maße da, dass es hätte auch ohne funktionieren müssen.Im Großen und Ganzen war klar, dass ich nach dem zweiten Band, den ich so toll fand, von dem dritten Band nur enttäuscht werden kann. Der erste Band war vor allem Romance, der zweite hat eine perfekte Balance zwischen Suspense und Romance gefunden, was ich nun auch vom dritten erwartet hatte, der doch aber wieder eher auf der Seite der Romance steht. Ich lese ja auch sehr gerne reine Romance-Bücher, weswegen mich das nicht stören würde, wenn es nicht eben im Suspense-Part des Plots so viele offene Fragen gäbe, dass es keinen Sinn ergibt, dass die beiden Liebenden sich damit nicht intensiver auseinandersetzen. Im zweiten Teil hat die Autorin gezeigt, dass sie die Balance zwischen den beiden Handlungsteilen sehr gut hinbekommen kann und es ist einfach schade, dass dann im dritten Teil doch wieder so ein Ungleichgewicht herrscht. Der Suspense-Teil ist mehr nur ein Hintergrund für die Romance, was etwas schade ist, denn ich habe mich in beide Teile der Handlung verliebt.Insgesamt trotzdem ein nettes Buch, aber es hält leider nicht die Versprechen, die der zweite Teil gegeben hat. Meine Erwartungen konnte dieses Buch leider nicht erfüllen. Die Reihe insgesamt kann ich trotzdem empfehlen, aber Band 1 und 2 sind eben stärker als das Finale.