Leider zu viele Perspektivwechsel. Hauptfigur ist grundlegend unsympathisch aber wird ständig als "die Gute" dargestellt.
Shizuka Satomi, ein (früherer) Geigenstar, sucht einen neuen Schüler bzw eine neue Schülerin. Laut Klappentext ahnt niemand, dass sie einen Pakt mit dem Teufel hat, der Leser erfährt davon jedoch sehr früh, denn schon auf den ersten 100 Seiten wird das ständig erwähnt. Sie wird als eine bedachte und intelligente freundliche Frau mit Mitgefühl etabliert - ein Fakt, der mich später irgendwie sehr gestört hat.Eine andere Perspektive ist Katrina, die aus ihrem Zuhause flieht, weil es ihr dort mehr als beschissen geht. Sie spielt leidenschaftlich Geige - und ja, ihr ahnt es nicht, die beiden finden zueinander! Nun wäre das ja alles ein spannender Plot, doch das Buch streut vollkommen wirkürliche und unauthentisch wirkende Sci-Fi Elemente mit der Kommandantin Lan Tran hinein, die mit ihrer Familie vor einem korruptem System und einer bösen Seuche geflohen ist - sie betreibt einen Donutladen und trifft Shizuka zufällig beim Verkauf dieser. Ahja, sie ist eine 'Außerirdische', tarnt sich jedoch als Mensch (und ihre gesamte Familie ebenso). All diese Charaktere sind recht sympathisch und rund, auch wenn ich die ganzen typischen Elemente von Science Fiction (Raumschiffe, gute wissenschaftlich klingende Erklärungen) ziemlich vermisste.Der Plot nimmt bis in die Mitte des Buches gut Fahrt auf, doch dann wurde mir irgendwann nach und nach klar, dass Shizuka hier nicht die liebe freundliche Mutter-Figur ist, die Katrina verdient hätte. Selbst als Lans Tochter Katrina klar machen möchte, dass Shizuka böses mit ihr vorhat kommt von Katrina nur ein "jo, dann ist das eben so? Du willst meine Seele? Klar, da mach ich mit!" Das hat dem Buch in meinen Augen die Glaubwürdigkeit genommen.Weiterer Kritikpunkte: Es gibt zu viele Perspektiven und sie werden zu willkürlich und schnell gewechselt. Ich bin ein Fan davon mehr als zwei oder drei Charaktere zu haben, aber hier wirkten manche Perspektiven doch irgendwie überflüssig oder mir sie wurden mir nicht schmackhaft genug gemacht. Die Geigenbauerin zB , die als einzige Frau in ihrer Familie angeblich nicht mit Talent der "Hand" gesegnet wäre.Auch wirkten alle Charaktere fast schon erzwungen auf irgendein wichtiges Thema gepresst - da hätten wir besagte Geigenbauerin, die sich gegen alle männliche Personen in ihrer Familie behaupten muss oder Katrina, die mit ihrer Transsexualität vieles durchmacht. An und für sich finde ich solche Werke wirklich wichtig, doch so richtig authentisch wirkte diese Anhäufung auf mich nicht. Vor allem wenn ich bedenke, dass es irgendwie keine einzige positiv dargestellte männliche Person im Buch gab. Alle bösen waren Kerle. Alle.Größter Downer war für mich Shizuka, die durchwegs als Mensch dargestellt wird, dem man zu verzeihen hat. Dass sie schon 6 frühere Schüler in die Hölle geschickt hat um soweit zu kommen, wird mir nicht kritisch genug thematisiert sondern beschönigt.Neutraler Hinweis: In diesem Buch wird ständig gegessen, sehr viel asiatisch. Es macht Hunger.Insgesamt ein Buch das mich mit sehr gemischten Gefühlen zurück lässt und das ich nicht weiter empfehlen würde.