Slow Burn mit magischer Atmosphäre. Nicht perfekt, aber eine Fantasy-Romance, die Lust auf mehr macht.
Der Fyren Osric ist todkrank und eine Heilung scheint unmöglich. Seine letzte Hoffnung ist die Heilerin Aurienne. Doch diese gehört dem Orden der Haelan an, der mit den Fyren nichts zu tun haben möchte. Erst durch eine großzügige Bestechung gelingt es Osric, Aurienne dazu zu bewegen, ihn zu behandeln, obwohl sie selbst die Erfolgsaussichten als äußerst gering einschätzt. Was als widerwillige Zusammenarbeit beginnt, wird auf ihrer Reise immer persönlicher. Denn auch wenn Aurienne und Osric zunächst kaum ein gutes Wort füreinander übrig haben, erkennen beide nach und nach, dass der andere mehr ist, als sie erwartet hatten.Zu Beginn des Buches war ich nicht direkt überzeugt, vor allem weil Osric und Aurienne für mich zunächst etwas blass wirkten. Die Geschichte braucht einen Moment, um ihre Figuren wirklich greifbar zu machen. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich angefangen, für die beiden mitzufiebern. Die Geschichte setzt auf einen langsamen Beziehungsaufbau und als Slow-Burn-Fan ist das natürlich genau mein Ding. Auch das Setting mochte ich sehr. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass sowohl das Worldbuilding als auch das Magiesystem stellenweise etwas ausführlicher erklärt werden, aber die Atmosphäre hat für mich trotzdem funktioniert. Ich konnte gut in die Welt eintauchen und habe mich dort wohlgefühlt. Der Humor war für stellenweise ein wenig befremdlich. Vor allem einige eher pubertäre Witze haben bei mir nicht gezündet. Zwischendurch habe ich auch ins Hörbuch hineingehört und war direkt begeistert, als ich gemerkt habe, dass Auriennes Kapitel von der deutschen Stimme von Hermine Granger gelesen werden. Das hat natürlich sofort einen kleinen Nostalgiebonus bei mir ausgelöst. Denn dieses Buch gehört zu den veröffentlichten Werken, die ursprünglich als Dramione-Fanfiction entstanden sind, ähnlich wieAlchemisedoderRose in Chains. Anders als bei diesen Büchern habe ich das hier aber kaum gespürt. Osric und Aurienne fühlten sich für mich deutlich eigenständiger an und erinnerten mich kaum an Draco und Hermine. Außerdem ist die Geschichte insgesamt viel leichter und weniger düster als die anderen beiden Titel. Insgesamt war das für mich eine nette, unterhaltsame Fantasy-Romance. Entsprechend freue ich mich schon auf den nächsten Band, der zum Glück nicht mehr lange auf sich warten lässt.