So gerne ich Hoischens Reels gucke, das überträgt sich für mich leider nicht in Buchform.
¿Miss History¿ gefällt mir als Instagram-Kanal wirklich sehr gut und so wollte ich auch das Buch von Melina Hoischen lesen. Die Lektüre geriet häufig kurzweilig, manchmal aber auch oberflächlich. Der Aspekt der größen ¿Mystery¿ wurde für mich persönlich häufig zu sehr betont, so dass ich es als unsachlich empfand. Für mich ist ¿Mystery mit Miss History¿ leider das Beispiel dafür, dass was auf SocialMedia funktioniert, noch lange nicht ein gutes Buch ausmacht.Insgesamt zwölf Mysterien stellt Hoischen vor. Kasper Hauser, Mona Lisas Lächeln, ¿Märchenkönig¿ Ludwig II., das verschwundene Bernsteinzimmer und eine mögliche Päpstin Johanna sind für mich dabei eher Klassiker, die ich über die Jahre immer mal wieder in unterschiedlicher Form behandelt gelesen oder gesehen habe. Ob das Buch damit für die Leser*innenschaft massentauglicher gemacht werden sollte oder das wirklich für die Autorin die spannendsten Fälle sind, kann ich nicht zu beurteilen. Auf alle Fälle setzte bei mir so ein gewisser Ermüdungseffekt ein. Das mag bei anderen Lesenden anders wirken, die entweder zu diesen Fällen noch nicht so viel wissen, oder sich gerne mal die Fälle aus Sicht von Melina Hoischen erzählen lassen. In der Konsequenz gefallen mir die Andeutungen nicht, dass alles doch irgendwie ganz anders gewesen sein könnte. Das ergibt ein Geraune, das ich persönlich schwierig finde.Das ergibt dann auch so Flapsigkeiten, wie wenn die Nazi-Selbstbezeichnung ¿3. Reich" übernommen wird, oder in Bezug auf das Bernsteinzimmer dann von ¿deutscher Handwerkskunst¿ gesprochen wird (das ist unpräzise und folgt zudem der Logik der Nationalsozialist*innen). Oder die Formulierung ¿Mord verjährt bekanntlich nicht¿, das ist längst nicht in allen Ländern so. Etwas albern fand ich dann, als Hoischen damit kokettiert, die Dechiffriermethoden nicht zu verstehen (in Kontext mit dem Zodiak-Killer).Eigentlich hatte ich vorher gedacht, dass Hoischen Kunstgeschichte studiert hatte. Ihre historischen Einordnungen waren mir manchmal zu fix passiert. Vielleicht fehlt mir da als Kulturhistorikerin etwas der Kontext. Für die Rezi hatte ich nochmal nachgeguckt und Wikipedia führt unter Hoischens Studium BWL und Marketing auf. Vielleicht liegt es auch daran.Das Buch habe ich als ungekürzte Lesung der Autorin gehört. Nach einer ersten Einhörphase muss ich sagen: Die Lesung ist allerdings supergut gelungen. Ich höre Hoischen einfach total gerne zu.So gerne ich Hoischens Reels gucke, das überträgt sich für mich leider nicht in Buchform. 3 von 5 Sternen.