Ende Februar 2026 hat die Autorin Katja Angenent gemeinsam mit dem Verlag emons: den Mystery-Roman "Das Gutshaus im Nebel" herausgebracht. Auch wenn das Cover den Zusatz Kriminalroman trägt halte ich Mystery für das passendere Genre. Dann passen der Titel und das Cover gut zur Geschichte.Es ist das Jahr 1882. Die junge Charlotte Jäger staunt nicht schlecht. Sie bekommt eine Stellung angeboten, wo sie nicht nein sagen kann. Sie soll einen heranwachsenden Adelsjungen auf dem Gut Valarian betreuen. Als Lehrerin ist sie dafür qualifiziert und das Geld kommt ihr gelegen. Kaum dort angekommen fragt sie sich jedoch, ob das so die richtige Entscheidung gewesen ist, die sie getroffen hat.Ich lese gerne und viel. Am liebsten Regionalromane. Gerne mache ich Ausflüge in das Mystery-Genre und das macht mir meistens großen Spaß.Der Start in die Geschichte ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Katja Angenent liest sich leicht und locker. Ich kann ihren Worten gut folgen und mir alles gut vorstellen. Gemeinsam mit Charlotte bemühe ich mich auf Gut Valarian anzukommen. Der Adelssprössling macht es ihr alles andere als einfach, er brilliert in der Rolle des Stinkstiefels im Mini-Format. Der Herr des Hauses ist mir auch nicht sympathischer. Es gibt merkwürdige Verbote. Charlotte darf das Anwesen nicht verlassen, in der Dunkelheit nicht in den Garten, sie hört merkwürdige Geräusche und sieht sich selbst auf einem Foto. Dafür bekommt sie herrliche Kleidung bereitgestellt und eine Angestellte zur Hand, die ihr zeigen soll, wie sich eine Dame zu kleiden und zu frisieren hat. Als ihr suggeriert wird, sie sei geisteskrank, neigt Charlotte dazu, sogar das zu glauben.Mir geht das ein wenig zu weit. Nun wissen wir alle, dass es eine logische Erklärung für all diese Vorkommnisse geben muss und geben wird. Und die gibt es auch. Nach und nach löst Angenent das Rätsel um diese Villa im Nebel. Dabei wird mir leider nicht gruselig und das ist schade. Es gibt viele andere Geschichtenerzähler, die das schaffen.Alles in allem hat Katja Angenent mit "Ein Gutshaus im Nebel" einen Mystery-Roman auf den Büchermarkt gebracht, der mich nicht überzeugt hat. Von mir bekommt die Autorin 3 verdiente Lesesterne, denn diese Geschichte hat mich trotz meiner Kritik gut unterhalten.