Ein Buch über tiefe Einsamkeit gleich nebenan und über die Chance, sich daraus zu befreien
Wie schon in "Der Gott des Waldes" schafft Liz Moore es auch in ihrem neuen Roman "Der andere Arthur" den Leser bis in die Grundmauern zu erschüttern. Ihre Liebe gilt den Außenseitern, die sich allein durchs Leben schlagen, tapfer, aber unendlich einsam. Tief bewegend schildert sie das Leben von Arthur Opp, einem ehemaligen Literaturprofessor, der sein Haus in Brooklyn seit vielen Jahren nicht mehr verlassen hat. Die entscheidende Zäsur für seinen endgültigen Rückzug vom Leben: der 11. September 2001, als er niemanden anrufen konnte, um zu fragen, ob es ihm gut geht, und niemanden, der ihn anrief, um sich nach ihm zu erkundigen. Arthur Opp entscheidet sich für ein Leben in Stille und Einsamkeit. Das Einzige, das ihm ansatzweise Glück verschafft, ist das Essen. Über 250 Kilo wiegt er, kann die obere Etage nicht mehr erreichen. Ein Gang vor die Tür scheint unmöglich. Der andere Arthur ist ein junger Mann aus sehr einfachen Verhältnissen mit einer schwer alkoholkranken Mutter, der versucht, über den Sport, Erfolg zu generieren. Da stirbt seine Mutter, und das Nichts, vor dem er steht, ist noch größer als erwartet. Liz Moore schildert die Leben der beiden Arthurs, die, ohne es zu wissen, miteinander verbunden sind, über mehrere Monate. Sie erzählt von ihrer Verzweiflung und Einsamkeit, sehr sensibel und mit großem Geschick für die Bedeutung von Nebensätzen. Ein Buch, das an der Seele reißt, aber auch für die Hoffnung auf einen Neuanfang steht.