Kommissarin Rebekka Just ist sehr betroffen, als die Kriminalpsychologin Hannah Jakob in ihrem Haus tot aufgefunden wird. Sie kannte und schätzte Hannah und glaubt von Anfang an nicht, dass der tödliche Treppensturz ein Unfall war. Doch die umfassenden Ermittlungen der Hamburger Mordkommission bleiben ohne Ergebnis und schließlich ermittelt nur noch Rebekka in dem Fall. Hilfe bekommt sie überraschend von Krølle, einem Undercover-Agenten, der im Verborgenen arbeitet, dem keine Grenzen gesetzt sind und der Hannah Jakob seit Jahren kannte.
Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe und mir gefällt, wie die verschiedenen Figuren, einschließlich der Kolleginnen und Kollegen, eingeführt und beschrieben werden. Die Charaktere sind vielschichtig und zeigen auch glaubhafte Emotionen. Besonders berührt hat mich Kommissar Elmo Bruhn, der an einem anderen ungelösten Mordfall zu zerbrechen droht.
Die Fallanalytikerin Rebekka Just ist nach Stationen in Hannover und Berlin noch nicht lange in Hamburg. Sie ist direkt, zielstrebig, scharfsinnig und gründlich. Krølle ist ein geheimnisvoller Mann, radikal tierlieb und seit einiger Zeit verunsichert, er traut seinem inneren Kompass nicht mehr wie früher. Hier hätte ich gern mehr erfahren, zu der Entwicklung kam es wohl in einem anderen Krimi der Autorin, den ich nicht gelesen habe.
Katharina Peters Schreibstil ist angenehm zu lesen, lebendig, bildhaft und atmosphärisch. Die Autorin erzählt vorwiegend aus Rebekkas oder Krølles Perspektive und beschreibt realitätsnah die komplexen Ermittlungen, bei denen Rebekka sich innerhalb des Behördensystem bewegen muss, im Gegensatz zu Krølle. Immer mehr Nebenschauplätze tun sich auf und es sind sehr viele Figuren involviert, ich musste konzentriert lesen, um den Überblick zu behalten. Allmählich werden Hintergründe und Zusammenhänge klarer und die letztendlich ermittelte Tragweite des Verbrechens ist erschreckend.
Mir hat der spannende, clever konzipierte Thriller mit seinem passenden, düsteren Cover mit dem auffälligem Schnitt gut gefallen und ich freue mich auf weitere Fälle für Krølle und Rebekka Just.