Thailändische Küche glauben die meisten zu kennen, denn Thai-Restaurants gibt es in vielen deutschen Städten. Doch ist das authentische Küche? Bei der Beurteilung hilft Prica Rüeggs und Phassaporn Mankongthanachocks Willkommen in Thailand.
Nach einem kurzen Vorwort, was Prisca Rüegg an Thailand fasziniert, und zahlreichen einstimmenden Bildern geht es an die Rezepte, die sich nach Zutaten bzw. Geschmacksrichtungen gliedern. Das erste Kapitel widmet sich dem Reis, der eine zentrale Rolle in der thailändischen Küche spielt, seine Sorten, Arten, ihn zuzubereiten, aber auch Derivaten wie Reisnudeln. Weiter geht es mit Lotos, Umami und Zucker. Ein Rezeptverzeichnis zur Suche rundet das Ganze ab.
Vorab sollte man erwähnen, dass man es hier nicht mit einem reinen Kochbuch zu tun bekommt. Vielmehr ist es eine Art Reise-Kochbuch: Die Autorinnen entführen ihre Leserschaft nicht nur in die thailändische Küche, sondern auch zu Land, Leuten und Kultur. Dazu leisten die zahlreichen farbenprächtigen, stimmungsvollen und appetitlichen Fotos einen, wenn nicht den größten Beitrag. Man schwankt, ob man in die Küche springen oder den Koffer packen will. Damit ist es eins der wenigen Hybridkochbücher, die ich für gelungen halte, denn oftmals überwiegt das eine oder das andere auf ungute Weise. Die Rezepte sind ebenso strukturiert wie das Buch selbst: Zutaten (nicht immer ganz leicht zu erhalten), Zubereitung, Utensilien, Vor- und Zubereitungszeiten erkennt man auf einen Blick, man bekommt Hinweise, was bzw. wie man servieren kann, häufig auch Tipps bzw. auch mal eine Variante (etwa vegetarisch) des Rezepts. Was ich vermisst habe, war eine Art Icon, an dem man auf einen Blick erkennt, ob sich ein Rezept für bestimmte Ernährungspräferenzen oder -erfordernisse eignet. Vielleicht ist das aber auf das überaus ästhetische Layout zurückzuführen (evtl. hätte man das im Rezeptregister unterbringen können). Ob die Rezepte wirklich authentisch sind, vermag ich nicht zu beurteilen, das Buch macht aber Lust, es herauszufinden.