"Beth is dead" war für mich eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Kapiteln merkt, dass man es vermutlich nur schwer wieder aus der Hand legen wird. Die Grundidee hat mich sofort angesprochen, doch was Katie Bernet daraus macht, hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Bis zur letzten Seite habe ich mitgerätselt, verdächtigt, meine Meinung wieder geändert und anschließend die nächste Theorie aufgestellt.Besonders gut gefallen hat mir die Art, wie die Autorin die Spannung aufbaut. Statt ständig mit großen Schocks oder Cliffhangern zu arbeiten, liegt über der gesamten Geschichte eine subtile Anspannung, die nie ganz verschwindet. Immer wieder ergeben sich neue Verdachtsmomente, neue Hinweise und neue Fragen, sodass man ständig zwischen verschiedenen möglichen Tätern hin- und hergerissen wird. Genau dieses Rätseln hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht. Gegen Ende zieht das Tempo dann noch einmal deutlich an und die zuvor sorgfältig aufgebaute Spannung entlädt sich auf eine sehr befriedigende Weise.Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die Rückblicke sind geschickt eingebaut und liefern genau die Informationen, die man in diesem Moment braucht, ohne den Lesefluss auszubremsen. Gleichzeitig schafft Katie Bernet immer wieder schöne Bilder und emotionale Momente, die den Figuren zusätzliche Tiefe verleihen. Die Geschichte liest sich dadurch gleichermaßen spannend wie berührend.Mit den Figuren hatte ich anfangs eine kleine Startschwierigkeit. Da die Schwestern alle recht früh und nahezu gleichzeitig eingeführt werden, brauchte ich einige Kapitel, um sie sicher auseinanderhalten zu können. Sobald das geschafft war, haben sie mich aber vollkommen überzeugt. Jede von ihnen besitzt eine eigene Persönlichkeit, eigene Stärken und Schwächen und wirkt dadurch sehr lebendig. Besonders die Dynamik zwischen den Schwestern fand ich großartig dargestellt. Man spürt ihre Verbundenheit, aber auch die Konflikte, Geheimnisse und Verletzungen, die zwischen ihnen stehen. Dadurch gewinnen die Charaktere viel Tiefgang und Authentizität.Insgesamt ist "Beth is dead" für mich ein rundum gelungener Thriller, der spannende Ermittlungsarbeit mit emotionalen Figuren und einer starken Familiengeschichte verbindet. Wer Bücher liebt, bei denen man bis zum Schluss miträtseln kann und bei denen die Charaktere genauso wichtig sind wie das eigentliche Mysterium, sollte hier unbedingt zugreifen. Für mich eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 von 5 Sterne.