Ein packender YA-Thriller mit Romance-Anteil - Gedächtnisverlust, Geheimnisse, Freundschaft und Liebe ergeben hier eine mitreißende Mischung
Mein Gesamteindruck"Dreh dich nicht um" von Jennifer L. Armentrout hat mich deutlich mehr begeistert, als ich ursprünglich erwartet hätte. Eigentlich greife ich eher selten zu Thrillern, doch dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Besonders die Ausgangssituation fand ich unglaublich gelungen: Samantha erwacht ohne Erinnerungen an die Ereignisse der vergangenen Monate und weiß genauso wenig wie wir Leserinnen und Leser. Dadurch entsteht eine permanente Unsicherheit, die mich förmlich durch die Geschichte getragen hat.Neben der spannenden Suche nach der Wahrheit spielen auch Freundschaft, Liebe, Schuld, Identität und das Erwachsenwerden eine wichtige Rolle. Die Mischung aus Jugendthriller und romantischer Geschichte hat für mich überraschend gut funktioniert. Besonders gefallen hat mir, dass ich ständig neue Verdächtige hatte und meine Theorien gefühlt alle zwanzig Seiten über den Haufen geworfen wurden. Das Ende konnte mich tatsächlich überraschen - etwas, das bei Thrillern längst nicht selbstverständlich ist. ¿¿StärkenSpannende Ausgangssituation mit GedächtnisverlustErzählt aus Samanthas Ich-PerspektiveViele falsche Fährten und überraschende WendungenDurchgehend hohe SpannungFlüssiger, fesselnder SchreibstilAuthentische Entwicklung der HauptfigurGelungene Mischung aus Thriller und RomanceSympathische NebenfigurenÜberraschende AuflösungStarke Themen wie Freundschaft, Schuld und Selbstfindungmögliche SchwächenZielgruppe eher im Young-Adult-BereichRomantischer Handlungsstrang nimmt teilweise viel Raum einEinige Entwicklungen wirken stellenweise etwas dramatischWer einen sehr düsteren Erwachsenen-Thriller erwartet, könnte enttäuscht seinFokus liegt stärker auf Figuren und Beziehungen als auf Thriller-HärteMeine Eindrücke beim Lesen Was mich an diesem Buch von Anfang an fasziniert hat, war die Art, wie die Autorin die Leserinnen und Leser direkt an Samanthas Wissensstand bindet. Samantha wacht ohne Erinnerungen auf und muss Stück für Stück herausfinden, wer sie eigentlich war und was mit ihrer verschwundenen Freundin Cassie passiert ist. Da die Geschichte ausschließlich aus ihrer Perspektive erzählt wird, tappt man genauso im Dunkeln wie sie selbst. Genau solche Szenarien liebe ich im Thriller-Genre. ¿Schon nach wenigen Kapiteln war ich komplett in der Geschichte gefangen. Ich habe ständig mitgerätselt, Theorien entwickelt und Verdächtige gesammelt. Ehrlich gesagt hatte ich zeitweise fast jede Figur im Verdacht. Sogar Samantha selbst erschien mir zwischendurch nicht völlig unschuldig. Genau das macht die Geschichte so stark: Die Autorin versteht es hervorragend, Zweifel zu säen und immer wieder neue Unsicherheiten zu schaffen.Besonders spannend fand ich, dass Samantha nach und nach erkennt, dass sie vor dem Unfall offenbar kein besonders sympathischer Mensch gewesen ist. Sie hat andere kontrolliert, Menschen ausgeschlossen und teilweise sogar gemobbt. Dass sie sich ihrer Vergangenheit stellt und versucht, ein besserer Mensch zu werden, hat ihre Entwicklung für mich sehr interessant gemacht. Dadurch geht es nicht nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern auch um Identität, Reue und die Frage, ob Menschen sich verändern können.Auch die Nebenfiguren haben mir gefallen. Scott, ihr Zwillingsbruder, war für mich einer der heimlichen Stars des Buches. Seine Loyalität und Unterstützung waren wirklich berührend. Ebenso mochte ich Carson sehr. Die Liebesgeschichte fügt sich angenehm in die Handlung ein und wirkte auf mich nie störend. Zwar wurde relativ früh klar, dass die romantische Ebene viel Raum einnehmen würde, doch für mich hat sie die Geschichte eher bereichert als ausgebremst. ¿¿Der Schreibstil hat zusätzlich dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Seiten flogen nur so dahin und die Kapitel hatten genau die richtige Länge, um immer noch ein Kapitel dranzuhängen. Aus den geplanten wenigen Seiten wurden regelmäßig deutlich mehr. ¿Das Ende hat mich schließlich wirklich überrascht. Ich hatte zwar unzählige Vermutungen und lag mit einzelnen Gedanken nicht komplett daneben, aber die tatsächliche Auflösung habe ich so nicht kommen sehen. Genau solche Momente wünsche ich mir von einem Thriller.Fazit & Empfehlung"Dreh dich nicht um" ist ein spannender Young-Adult-Thriller, der gekonnt Spannung, Geheimnisse, Freundschaft und Romantik miteinander verbindet. Besonders die Erzählweise aus der Perspektive einer Protagonistin ohne Erinnerungen sorgt dafür, dass man permanent miträtselt und nie sicher sein kann, wem man vertrauen darf. ¿Wer komplexe Ermittler-Thriller sucht mit tiefen menschlichen Abgründen, viel Blut und lebensbedrohlichen Momenten wird hier vielleicht nicht vollständig fündig. Wer jedoch spannende Jugendthriller mit starken Figuren, überraschenden Wendungen und einer emotionalen Geschichte mag, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben.¿ 4,5 von 5 SternenEine klare Empfehlung für alle, die gerne miträtseln, falschen Fährten folgen und sich bis zur letzten Seite überraschen lassen möchten.