Klappentext:Carrie Sotos eiserner Wille und unbarmherziger Ehrgeiz haben sie zur größten Tennisspielerin aller Zeiten gemacht. Sie hält unzählige Weltrekorde und hat zwanzig Grand Slam Titel geholt. Doch nach sechs Jahren im Ruhestand muss sie ohnmächtig dabei zusehen, wie ihre Rekorde von einer jungen Britin gebrochen werden. Mit 37 entscheidet sie sich, auf den Platz zurückzukehren. Sie will nichts mehr als ewigen Ruhm und beschließt: Ein finales Jahr als Tennisspielerin soll sie für immer unbesiegbar machen. Denn wer ist sie, wenn sie nicht die Beste ist? Um ihr Ziel zu erreichen, ist sie sogar bereit, ihren Stolz beiseitezuschieben und mit Bowe Huntley zu trainieren, dem Tennisstar, der ihr einst das Herz gebrochen hat ... Meine Meinung:Ich versuche aktuell mal wieder verzweifelt, meinen SuB abzubauen. Auf der Suche nach einem schönen Sommerbuch bin ich dabei auf Carrie Soto Is Back gestoßen, das schon länger ungelesen bei mir herumlag. Und ich habe es geliebt.Carrie Soto war einmal die beste Tennisspielerin der Welt. Mit 37 Jahren wagt sie ein Comeback, als ihr Rekord von einer anderen Spielerin bedroht wird. Sie möchte sich selbst und allen anderen beweisen, dass sie es immer noch draufhat.Dabei muss ich gestehen, dass ich von Tennis wirklich überhaupt keine Ahnung habe. Ich stand genau einmal auf einem Tennisplatz und habe erfolglos versucht, einen Ball über das Netz zu schlagen. Namen wie Boris Becker oder Alexander Zverev kenne ich natürlich, aber da hört mein Wissen über diesen Sport auch schon auf. Trotzdem hat mich die Geschichte von Anfang an komplett abgeholt.Carrie ist alles andere als eine sympathische Protagonistin. Sie ist unfassbar ehrgeizig und kennt seit ihrer Kindheit nur ein Ziel. Sie möchte die beste Tennisspielerin aller Zeiten werden, koste es, was es wolle. Immer an ihrer Seite steht ihr Vater, der sie trainiert und unterstützt. Carrie verlangt sich selbst alles ab und gibt sich mit nichts weniger als Perfektion zufrieden. Oft wirkt sie kalt, distanziert und verbissen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen fühlte sie sich für mich unglaublich realistisch an.Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil erfahren wir mehr über Carries Kindheit, ihren Weg an die Spitze und die Zeit vor ihrem Karriereende. Im zweiten Teil begleiten wir sie bei ihrem Versuch, sich zurück an die Weltspitze zu kämpfen. Dabei erleben wir gemeinsam mit ihr alle Höhen und Tiefen ihrer Karriere.Besonders gut gefallen hat mir die Beziehung zwischen Carrie und ihrem Vater. Die Trainer Vater Beziehung ist kein einfaches Thema und wirkt stellenweise schwierig. Gleichzeitig fand ich sie aber sehr realitätsnah umgesetzt. Man merkt, wie wichtig die beiden füreinander sind, auch wenn ihre Beziehung oft stark vom Leistungsgedanken geprägt wird.Die Nebenfiguren sind ebenfalls hervorragend ausgearbeitet. Sie bekommen genügend Raum, damit man eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann und tragen viel dazu bei, dass sich die Geschichte lebendig anfühlt.Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie sehr Ehrgeiz einen Menschen antreiben, aber auch belasten kann. Für Carrie geht es nie um Ruhm, Geld oder den Spaß am Tennis. Es geht darum, die Beste zu sein. Sie möchte allen beweisen, was sie kann. Gleichzeitig ist sie oft ihre eigene größte Gegnerin. Themen wie Verlust, Liebe, Leistungsdruck und das Verlieren spielen eine wichtige Rolle. Auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Männern und Frauen im Profisport wird sehr gut aufgegriffen.Wer keine Lust auf ausführliche Beschreibungen rund um Tennis hat, sollte das wissen, bevor er zu diesem Buch greift. Der Sport steht hier klar im Mittelpunkt. Mich hat das überraschenderweise überhaupt nicht gestört, obwohl ich keinerlei Bezug zu Tennis habe.Gegen Ende konnte ich Carrie deutlich besser verstehen. Nicht jede ihrer Entscheidungen war für mich nachvollziehbar, aber das musste sie auch gar nicht sein. Man muss nicht jede Figur sympathisch finden, um ihre Geschichte zu lieben.Fazit:Dieses Buch hat alles erfüllt, was ich mir von einem Roman wünsche und sogar noch ein bisschen mehr. Obwohl Tennis normalerweise überhaupt nicht meine Welt ist, habe ich bei jedem Match mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, ob Carrie ihr Ziel erreichen kann.