Prima
Mit diesem zwölften Band setzt Nina Ohlandt ihre beliebte Krimireihe rund um Hauptkommissar John Benthien fort - und ich habe diesem neuen Fall voller Vorfreude entgegengefiebert. Als langjährige Leserin der Reihe war ich sehr gespannt darauf, welche Herausforderungen diesmal auf das Ermittlerteam warten würden, und ich wurde keineswegs enttäuscht.Nina Ohlandt versteht es erneut hervorragend, ihre Geschichte von der ersten Seite an spannend und atmosphärisch zu erzählen. Ihr Schreibstil ist flüssig, mitreißend und sorgt dafür, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Besonders beeindruckend finde ich, wie sich ihre Figuren über die gesamte Reihe hinweg weiterentwickeln. Die Charaktere gewinnen mit jedem Band mehr Tiefe, wirken dadurch noch lebendiger und authentischer und wachsen einem als Leser oder Leserin immer mehr ans Herz. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, neue Leserinnen und Leser nicht auszuschließen, denn jeder Fall ist in sich abgeschlossen und kann problemlos unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.Der aktuelle Fall hat es wirklich in sich. Die Handlung ist vielschichtig aufgebaut und fordert die volle Aufmerksamkeit der Lesenden. Zahlreiche überraschende Wendungen sorgen immer wieder für neue Verdachtsmomente und lassen die Spannung konstant auf hohem Niveau bleiben. Besonders die Einbindung eines Cold Cases verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht die Ermittlungen noch interessanter. Immer wieder ergeben sich neue Zusammenhänge, sodass man als Leser aktiv miträtselt und versucht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Gerade diese Komplexität hat mir sehr gut gefallen, da sie die Geschichte besonders dynamisch und lebendig macht.Auch die Figurenzeichnung ist erneut hervorragend gelungen. Sämtliche Charaktere wirken glaubwürdig und authentisch, mit ihren individuellen Stärken, Schwächen und Eigenheiten. Dadurch entsteht eine große Nähe zu den handelnden Personen, was das Leseerlebnis zusätzlich bereichert.Ein weiterer Pluspunkt sind die eindrucksvollen Schauplatzbeschreibungen. Nina Ohlandt gelingt es, die Insel Amrum mit wenigen, aber sehr treffenden Worten lebendig werden zu lassen. Obwohl ich selbst noch nie dort gewesen bin, hatte ich während des Lesens stets ein klares Bild der Landschaften, Orte und Situationen vor Augen. Die Atmosphäre der Insel wird so anschaulich vermittelt, dass man sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt. Genau das macht für mich einen guten Krimi aus: eine Geschichte, die nicht nur spannend ist, sondern auch durch ihre Kulisse und ihre Stimmung überzeugt.Insgesamt ist Nina Ohlandt erneut ein rundum gelungener Kriminalroman gelungen. Spannend, fesselnd, atmosphärisch und mit überzeugenden Charakteren erzählt, bietet dieses Buch beste Unterhaltung für Krimifans. Von mir erhält dieser zwölfte Band daher eine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung. Wer die Reihe bereits liebt, wird auch diesen Fall verschlingen, und wer John Benthien bisher noch nicht kennt, findet hier einen hervorragenden Einstieg in die Serie.