Serienmorde voller Rätsel, spannende Mördersuche, französisches Flair.
Mit "Lavendel-Jagd" schließt Carine Bernard nunmehr ihre insgesamt acht Bände umfassende Provence-Krimi-Reihe mit der jungen sympathischen Kommissarin Lilou Braque ab.Das Cover mit dem für die Provence typischen Lavendelfeld stimmt auf den Schauplatz des Buches ein. Ich fühlte mich nach wenigen Seiten wieder heimisch in Lilous Umfeld. Auch als QuereinsteigerIn kommt man sicher problemlos in die Geschichte hinein, jeder Fall steht ja für sich alleine. Wer allerdings den roten Faden bzw. die Entwicklung der Charaktere verfolgen möchte, sollte bei Band 1 zu lesen beginnen.Der Schreibstil ist flüssig, locker und bildhaft. Das Flair der Provence kommt sehr eindrucksvoll zum Ausdruck durch stimmungsvolle Szenerien, anschauliche Beschreibungen der Landschaft, des Wochenmarktes und insbesondere von verlockenden kulinarischen Genüssen. Das Lokalkolorit wird auch durch französische Ausdrücke gut dosiert unterstrichen. Die Handlung spielt in der nicht näher festgelegten Gegenwart in Carpentras. Von Beginn an ist man voll in die Ermittlungen integriert und mit den mysteriösen Umständen der Morde konfrontiert. Relativ bald ist klar, dass sie mit dem jährlichen Street-Art-Festival zusammenhängen, denn die Opfer gehören zu den Siegesanwärtern des Wettbewerbs. Lilou steht unter besonderem Druck. Nicht nur, weil sie befürchtet, dass der Mörder noch weitere Teilnehmer töten könnte, sondern weil sie mitten in den Vorbereitungen für ihre eigene Hochzeit steht. Die Ereignisse überschlagen sich, weitere Anschläge erfolgen. Auch wenn ich vor der endgültigen Auflösung des Falles bereits ahnte, wer der Mörder ist, so blieb die Mörderjagd dennoch spannend, nicht zuletzt wegen des dramatischen Finales.Sowohl Lilous privates Umfeld als auch das polizeiliche Ermittlerteam sind sympathisch gezeichnet. In der Dienststelle herrscht ein freundschaftlicher Umgangston und Teamarbeit. Die Charaktere, auch von Nebenfiguren, sind gut vorstellbar dargestellt. Im Mittelpunkt steht Lilou. Sie hat sich als Kommissarin bereits gut eingearbeitet und wird allseits respektiert. Sie liebt ihren Beruf, setzt sich voll ein, ist verantwortungsbewusst, zeigt Eigeninitiative, verfolgt ihre Ziele, vertraut auch ihrer Intuition. Unweigerlich leidet durch ihr dienstliches Engagement das Privatleben, was zu einigen Disharmonien mit ihrem Bräutigam führt. Trotz einiger Turbulenzen landen die Zwei doch im Hafen der Ehe.Ich bin ein wenig traurig, mich von Lilou verabschieden zu müssen, habe ich sie doch (wenn auch nicht ganz vom Anfang an) bei ihrem dienstlichen Werdegang und ihre persönliche Entwicklung verfolgt. Vorerst bleiben mir noch ein paar Bände zum Nachlesen, ansonsten freue ich mich auf neue Projekte der Autorin. Für "Lavendel-Jagd" vergebe ich 5 Punkte und generell eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe.