Eine äußerst merkwürdige Geschichte, teilweise in ihrer Brutalität auch widerlich. Es fängt mit einer Serientäterin an. Sie selbst stellt sich quasi vor. Die Tochter einer schwerreichen Familie in Österreich, die nach Lust und Laune junge Männer erst in ihr Bett lockt und danach meuchelt. Für die spurlose Entsorgung hat sie eine perfekte Lösung gefunden. Aber dann dreht sich alles von links auf verkehrt. Auf dem Weg zum Treffen mit ihrer Nichte wird sie überwältigt. Von da an beginnt ein einziger Albtraum. Für sie, für die Leser. Und man weiß nicht, was man glauben soll. Denn man ist von Psychopathen, die ein widerwärtiges Spiel spielen, umzingelt. Gleichzeitig wird die Geschichte einer niederländischen Reporterin erzählt, die eben jener Millionenerbin näher kommen will. Sie schreibt an einem Artikel über in der Nazizeit geraubte Kunst, von der man auch Exponate bei der österreichischen Familie vermutet. Dabei hat sie ein sehr persönliches Interesse, denn auch Bilder ihres Großvaters gehören zu dieser Raubkunst. Just an dem Tag, an dem sie einen Termin mit der Tochter hat, verschwindet diese spurlos. Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Die Tochter wieder aufgetaucht, in fürchterlichem Zustand, bar jeder Erinnerung. Aus Sicht der Protagonisten wechselnd erzählt, wird scheinbar aufgerollt, was in den fünf Jahren geschah, aber auch davor schon. Beim Lesen wird man ganz wuschig, denn alles dreht sich um maximale Täuschung, Irreführung, Manipulation, Verzerrung. Man traut seinen eigenen Sinnen nicht. Alle scheinen jeden hinters Licht zu führen und auch die harmlosesten Charaktere haben mindestens einen dunklen Kern. Aber dieses Verwirrspiel ist von dem Autor wohl auch so gewollt. Daher auch der, allerdings für diese heftige Story zu harmlose, Titel. Es ist nur eine Geschichte, schreibt der Autor am Schluss. Aber für die teils sehr pervertierten Abschnitte muss man erst einmal die Phantasie haben, um sie so zu Papier zu bringen. Nichts für zart besaitete Gemüter.