Nora Stern ist Fernsehschauspielerin, geschieden und hat zwei kleine Kinder. Sie ist trockene Alkoholikerin, aber trocken bleibt sie nicht.
Was wie ein bemüht witziger Rückfall beginnt, wird zu einem Krimi, denn dieser Rückfall wurde herbeigeführt, um Nora zu schaden. Fotos tauchen auf, die die Schauspielerin sturzbetrunken zeigen. Nora versucht, den Fall aufzuklären, doch ihre Kämpfe mit der Sucht behindern sie. Sehr eindrücklich schildert Nora, was Alkohol mit einer Süchtigen macht, wie sie damit umgeht und sich zu wehren versucht. Wie sie immer wieder verliert, sobald ihr erneut etwas Unerwartetes zustößt. Nicht nur ihre Karriere ist in Gefahr, auch das Sorgerecht für ihre Kinder.
Die Trinkerin Nora ist keine sympathische Hauptperson. Sie ist arrogant und rücksichtslos, und sie vergrault ihre besten Freunde. Doch ihre Kämpfe mit der Sucht sind begreiflich. Sie werfen ein Schlaglicht auf das, was Alkoholiker heutzutage ständig durchmachen müssen.
Der Schluss der Geschichte hat einen leicht moralisierenden Beigeschmack, was mir weniger gefallen hat, aber durchaus passend war. Auch der sarkastische Humor passt gut zum Thema, das eigentlich überhaupt nicht lustig ist. Ein erschütternder Einblick in Romanform. Keine Betroffenenliteratur.